Wo rosten die 7er der Baureihe e23?

Die nachfolgenden Fotos zeigen typische Schwachstellen an den e23-Modellen, die von Mai 1977 bis September 1986 gebaut wurden. Grundsätzlich läßt sich dabei eine deutlich geringere Neigung zum Rostfraß bei den späten Modellen ausmachen. Die "Blechnasen" genannten frühen Modelle (vor 1981) sind anscheinend wesentlich stärker von der braunen Pest betroffen.

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Vorderwagen

Der Vorderwagen ist in erster Linie in all jenen Bereichen vom Rostfraß betroffen, an die die Vorderräder Wasser und Schmutz schaufeln. Dabei erweisen sich die serienmäßig verbauten Verkleidungen im vorderen Radhaus als erschreckend ineffektiv. Speziell hinter der hinteren Verkleidung sammelt sich gern Schmutz in ganz erheblichem Ausmaß an und treibt so den Rostfraß im Bereich der Schwellerspitze und des A-Säulenfußes zusätzlich voran. Da selbst gepflegte und äußerlich rostarm wirkende Fahrzeuge hier von der braunen Pest betroffen sein können, lohnt die Demontage der Verkleidungen auf jeden Fall! Speziell die Durchrostungen vor der A-Säule (Bild 2) lassen sich auch vom Innenraum aus inspizieren, in dem man die seitlichen Verkleidungen im Fußraum demontiert und den dahinter liegenden Hohlraum (Bild 3) ausleuchtet.

Bild 1 Bild 2 Bild 3

Wenn es an dieser Stelle bereits Durchrostungen gegeben hat, so ist nahezu immer auch der A-Säulenfuß (Bild 5) und die angrenzenden Boden- und Schwellerbereiche (Bild 4) betroffen, da werkseitig die A-Säulen unten ausgeschäumt sind und dieser Schaum das Wasser lange speichert.

Bild 4 Bild 5

Ferner sind die Kotflügelauflagen sehr oft betroffen (Bild 6, oben), so wie alle Stellen, an denen etwas verschraubt oder eine Halterung/Versteifung (Bild 6+7) angeschweißt ist.

Bild 6 Bild 7

Im Motorraum trifft es vor allem die Verbindungen der Innenkotflügel zu den Längsträgern und den waagerechten Blechen unterhalb der Scheinwerfer (Bild 8+9).

Bild 8 Bild 9

Scheibenrahmen

Sowohl der Frontscheibenrahmen (Bild 10), als auch der des Heckfensters (Bild 11), sind ein gefundenes Fressen für den Rost. Wasser, welches unter der Dichtung stehen bleibt, kann nicht schnell genug abtrocknen und führt nicht selten zu heftigem Lochfraß. Durchgerostete Frontscheibenrahmen sind weit schwieriger zu erkennen, als entsprechend perforierte Heckscheibenrahmen. Wird der Kofferraum unterhalb des Fensters nass, so kommt alternativ nur die Kofferdeckeldichtung als Verursacher in Frage. Beim Frontscheibenrahmen hingegen verdeckt das Armaturenbrett die direkte Sicht und erschwerend kommen noch diverse Öffnungen in der Spritzwand dazu. Solange sich der Rost noch unter dem Gummi befindet ist das Ausmaß einer Anrostung also kaum auszumachen. Die Sanierung der Schäden ist aber in jedem Fall erheblich!

Bild 10 Bild 11

Fahrzeugheck

Am Fahrzeugheck sind die auffälligsten Stellen die Radläufe (Bild 15). Da sie zumeist von Innen nach Außen durchrosten ist es nur selten mit einem äußeren Reparaturblech getan. Oft ist auch der innere Radlauf mit angefressen und muß zumindest teilweise mit ersetzt werden. Ferner rostet es gern um die Rückleuchten (Bild 14) und am Heckblech (Bild 12+13) . Letzteres rostet nicht selten lange im Verborgenen, nämlich unter der Dichtmasse im Inneren des Kofferraum und frißt sich langsam nach außen durch. Von außen ist der Schaden meistens erst zu sehen wenn es zu spät ist, da die Stoßstange den Bereich verdeckt. Innen hingegen kann man den Rostfraß zeitig sehen. Gleiches gilt für die Übergänge zum hinteren Radhaus (Bild 16), sowie den Seitentaschen.

Bild 12 Bild 13 Bild 14

Bild 15 Bild 16

Hauben, Türen, Kotflügel und Schiebedachdeckel

Alle Teile neigen zu Falzrost, und zwar ausnahmslos! An der Motorhaube sind meistens die Versteifungen an deren Unterseite betroffen. Diese Stellen sind eigentlich von den Dämmatten abgedeckt, welche sich aber im Laufe der Jahre häufig nicht mehr an der Haube befinden. Während durchgerostete Motorhauben recht selten sind, sind Kofferdeckel (Bild 17) deutlich häufiger verloren. Zusätzlich sieht man an ihnen auch starke Anrostungen unter den Scharnierverschraubungen (Bild 18). Der Schiebedachdeckel (Bild 19) ist ebenfalls häufig vom Falzrost betroffen und wirklich dauerhaft läßt er sich kaum sanieren.

Bild 17 Bild 18 Bild 19

Die Unterseiten der Türen sind im Bereich der Dichtungen, aber auch am Übergang vom Türboden zur Außenhaut betroffen (Bild 20). Deutlich häufiger trifft es übrigens die vorderen Türen. An den Türhäuten (Außenseiten; Bild 21) nistet sich der Rost gern unter den Stoßleisten ein kann auch dort zu Durchrostungen führen.

Bild 20 Bild 21 Bild 22

Die Kotflügel trifft es gleich doppelt. Zum Einen rosten sie gern an der Auflage im Bereich des Motorraums durch, aber auch die untere Rundung, die sich an den Schweller schmiegt (Bild 22), ist betroffen.

Gis-12/2007